Regionalverband Heilbronn-Franken

Risikoreaktor Neckarwestheim Block II: Abschalt-Petition unterschreiben

17. März 2020 | Atomkraft

Kernkraftwerk Neckarwestheim: Der Regionalverband des BUND Heilbronn-Franken schließt sich der Petition zur Aufhebung der Betriebsgenehmigung des Gemeinschaftskernkraftwerk Neckar, GKN, an.

Anti-Atomkraft-Lichtprojektion auf der Kuppel des AKW Neckarwestheim  (Foto: Privat)

Hier geht es zur Petition auf change.org

Initiiert wurde die Petition an Franz Untersteller, Umweltminister des Landes Baden-Württemberg, seitens des Stuttgarter Wasserforums.

Zum Hintergrund

1976 ging das AKW Neckarwestheim ans Netz - vor bald 50 Jahren. Seit 2017 werden an den nur 1,2 mm dicken Heizrohren der Dampferzeuger immer mehr Korrosionsschäden mit gravierenden Wanddicken-Verringerungen festgestellt.  Dabei stehen sie unter kollosalem Druck von rund 158 bar.

Waren es 2017 noch 32 Schadensbefunde, so steigt die Zahl exponentiell an: 2019 wurden bereits 296 Schadensbefunde festgestellt. Bei etwa zwei Drittel davon handelt es sich um Spannungsriß-Korrosion. Inzwischen sind über 400 Rohre betroffen. Warum ist das gefährlich? Die Dampferzeuger-Heizrohre führen das 326°C heiße hochradioaktive Wasser des Reaktors (Primärkreislauf), um das Wasser in den vier Dampferzeugern des Sekundärkreislaufs zu erhitzen. Letztere liefern so den Dampf für die Turbine.

Reißt auch nur ein einziges dieser Heizrohre ab, droht die Verseuchung der Umwelt. Denn dann verdampft dort das hochradioaktive Wasser und der Druck im Dampferzeuger steigt. Klettert der Druck dort aber auf 80 bar, öffnet sich ein Sicherheitsventil - und gibt diesen radioaktiv verseuchten Dampf an die Umgebung ab. Über defekte Rohre könnten so stündlich 120 t heißes, hochradioaktives Wasser in den Sekundärkreis übertreten.

Dass ein Heizrohr reißen könne, räumt selbst der TÜV in seinem Prüfbericht über die letztjährige Revision von 2019 ein, und auch der grüne Umweltminister Franz Untersteller hatte öffentlich erklärt, dass dies möglich sei. Dennoch hat er am 22.9.2019 den Weiterbetrieb der Reaktoranlage genehmigt.

Neben dem Austritt radioaktiven Wasserdampfes ist noch ein weiteres Schreckensszenario realistisch: Der starke Wasserverlust im Reaktorkreis führt – trotz sofort ausgelöster Schnellabschaltung des Reaktors – zu einem großen Kühlmittelverlust-Störfall.  Dies kann zu einer Kernschmelz-Katastrophe führen, wie sich diese 1979 im TMI-Reaktor von Harrisburg / USA ereignet hatte.

 

Hier geht es zur Petition auf change.org

 

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