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Regionalverband Heilbronn-Franken

BUND Heilbronn schneidet Kopfweiden - Besuch vom Biber

03. Februar 2020 | Naturschutz, Lebensräume

20 Erwachsene und einige Kinder schnitten am Samstag, 25. Januar die Kopfweiden auf dem BUND-Grundstück im Naturschutzgebiet Köpfertal und den angrenzenden städtischen Grundstücken.

Zum ersten Mal hatten die Kopfweiden schon vor dem Pflegeeinsatz des BUND-Ortsverbands Heilbronn einen anderen Interessenten gefunden: Ein Biber hatte seit Dezember insgesamt vier Kopfweiden gefällt und die einjährigen Ruten in sein Vorratsfloß eingebaut. Die ersten Aktiven, die um dreiviertel Neun eintrafen, konnten den Biber noch in seinem Loch in der Eisdecke des Tümpels an der Jägerhausstraße verschwinden sehen.

Die Naturschützer waren sich einig, dass ein Verbissschutz für die Kopfweiden derzeit nicht erforderlich ist. „Wenn der Biber in diesem Tempo weitermacht, können wir die gefällten Weiden locker nachstecken“, sagt Susanne Schneider, Vorsitzende des BUND-Ortsverbands, „im Naturschutzgebiet wollen wir nicht mehr eingreifen als zum Erhalt der Kopfweiden unbedingt nötig ist – und der Biber gehört auch zur Natur. Außerdem ist es doch spannend, wenn sich die Fraßspuren und Fraßspäne des Bibers unmittelbar neben der Stadtbushaltestelle beobachten lassen“.

Die beim Pflegeeinsatz anfallenden Weidenruten finden unterschiedliche Verwendung: Mehrere Teilnehmer nahmen Ruten mit, um lebende Zäune zu bauen. Andere verwenden sie zum Flechten von Gefäßen oder für Dekorationen. Zwei Weingärtner beteiligten sich an dem Pflegeeinsatz, um Ruten zum Anbinden von Reben zu gewinnen.

Wölflinge des Pfadfinderstamms Hans Riesser kümmerten sich um den dornigen Teil der Arbeit und schnitten die Brombeerranken zurück, die seitlich in das Kopfweidengrundstück eindringen. Sie fanden unter den Ranken ein heimeliges Versteck. Nach dem Einsatz konnten sich die Teilnehmer bei heißem Kräutertee aus Wildsammlung und Gebäck nach historischem Rezept aufwärmen.

Der BUND hatte das Grundstück im Köpfertal 1986 mit Spenden und einem Zuschuss der Aktion „Froschland“ erworben. Seitdem werden die Kopfweiden jedes Jahr geschnitten – dieses Jahr zum 35. Mal. Für abgängige Weiden wird regelmäßig Ersatz nachgesteckt.

Im nächsten Jahr wird der Kopfweidenschnitt wieder am letzten Januarsamstag durchgeführt.

Fotos:

Vom Biber gefällte Weide

BUND Aktive

Knoten aus Weidenrute

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