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Regionalverband Heilbronn-Franken

BUND Zabergäu protestiert gegen Flächenverbrauch

28. Januar 2019

Am Samstag 26.01.2019 hat der BUND Zabergäu gemeinsam mit Attac, LINKE, Naturfreunden mit einer Kundgebung in Güglingen am Einkaufszentrum Emil-Weber-Straße auf den Flächenverbrauch, Lärm und Abgase, Zerstörung der Landschaft durch immer mehr Fabriken und Werkhallen aufmerksam gemacht

Im Laufe des Vormittags haben sich einige Menschen mit uns in ein gutes Gespräch eingelassen. Viele blieben in einigem Abstand stehen und haben unseren Durchsagen über ein Megaphon gelauscht. Selbst die Polizei hat uns mit Argusaugen beobachtet, anscheinend ist da eine Bewegung entstanden, die es früher einmal gab, als wütende Bürger aus dem Zabergäu in Heilbronn demonstrierten und auf sich und das Zabergäu aufmerksam machten.

 

 

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Hier ist der Text des Flugblatts, das wir in ausreichender Anzahl verteilen konnten: 

Aufruf

Wir, der BUND und Freunde für gutes Leben haben die verschwiegenen Hinterzimmergespräche von Bürgermeistern satt, bei denen die Landschaft verplant wird und dies von Gemeinderäten abgenickt wird. Im Zabergäu werden Bürgerinnen, Bürger und Landwirtschaft getäuscht, die Felder und Landschaftseindrücke hätten Bestand.

Pfaffenhofen errichtete vor ein paar Jahren einen schönen angelegten Freisitz oberhalb der Weinberge inklusiv "skywalk" in die Reben hinein. Die Weingärtner Cleebronn-Güglingen erarbeiteten letztes Jahr mit der Hochschule für Technik Stuttgart einen neuen Weinausschank am Näser mit "traumhafter Aussicht" ins Gäu. Für was das alles? Damit man die Unstimmigkeit zwischen der Freizeitkarte von 2007 und der schleichend aber stetig zugebauten Landschaft besser beobachten kann? Was nutzt Brackenheim der Titel größte Weinbaugemeinde? Ein Superlativ, der angesichts zunehmenden PKW-und Schwerlastverkehrs, Flächenverbrauchs, schlechter Luft und belasteten Gewässern falsche Erwartungen weckt.
Das Bild eines lieblichen Zabergäus trügt und kann vielleicht noch mit Blick durchs Trollingerglas erhalten werden. Seit 2007 kamen folgende Gewerbegebiete hinz und sollen realisiert werden:

Cappishaupt zwischen Pfaffenhofen und Güglingen im Zuge der neuen Straße L1103

Burgweg mit Werk2 von Layher

Lüssen

Ochsenwiesen mit Einzelhandelszentrum und Fa. Renner

Langwiesen III südlich des Römerweges mit TAXIS. 

LangwiesenIV. Davon soll jetzt Teil1, die östliche Häjfte mit WerkIII von Layher bebaut werden. Teil2 Richtung WG und Straße Frauenzimmern-Cleebronn soll folgen.


Streuobstwiesen und fruchtbare Äcker sollen für weitere Wohngebiete geopfert werden. Die neue L 1103 wird fleißig vorangetrieben während die Zabergäubahn stecken bleibt.

Unbeeindruckt vom fortschrittlichen Denken über Nachhaltigkeit und der angesagten Wachstumsökonomie halten die Zabergäugemeinden am Wachstumsdogma fest und machen sich zum Rädchen einer Weltwirtschaft, die auf die Umwelt pfeift. Dabei gibt es zur  Genüge Möglichkeiten für Arbeitsplätze.
Der heiße Sommer 2018 sollte zu denken geben. Der Weltklimarat (IPPC) erklärte in seinem Bericht vom 8.Oktober 2018 unmissverständlich, dass sich das Zeitfenster zum Handeln enorm verkürzt hat. Nun muss die 1,5 Grad Erwärmung gegenüber dem vorindustriellen Niveau gehalten werden. Bereits in den 2040ern, also in rund 25 Jahren, werden die 1,5 Grad erreicht sein. Jedes Zehntel Grad bringt mehr Stürme, Starkregen, Dürre, erschwerte Lebensbedingungen und Artensterben.

Die Gemeinden dürfen laut Gesetz nicht beliebig planen, sondern müssen auf den Schutz der Lebensgrundlagen, Landschaft, Tiere und Pflanzen achten. Seit 2018 hat nun auch der Klimaschutz besonderes Gewicht bei der geplanten Vernichtung des Bodens bekommen. Die Sicherung von Ackerland und Wiesen hilft, industrielles Wachstum und Transporte schaden in der Heißzeit und Ressourcenknappheit.

Heute demonstrieren wir, damit der kleinen Emma, dem Jonas, dem Ben und der Lina nicht die Zukunft versagt wird. Als Mitte 20-Jährige sollen sie noch zwischen Stromberg und Heuchelberg Wälder ohne Giftmüll und eine ansehnliche Kulturlandschaft mit Feldern, Wiesen, Hecken und Auen erleben können. Wir wollen verhindern, dass aus dem Zabertal ein ödes Siedlungsband wird. 

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